Samstag, 19. August 2017
Du bist hier: Startseite » Stories » Die Beagle Bande » Die Beagle Bande stellt sich vor
Die Beagle Bande stellt sich vor

Die Beagle Bande stellt sich vor

Two Beagle or not two Beagle

Die „Beagle Bande“? Das riecht nach Wildem Westen…

Die Dalton-Bande, Jesse James, Buffalo Bill, Wyatt Earp – berüchtigte und unerschrockene Gesetzlose, die sich mit ihren Gaunereien das Überleben in der damaligen harten Zeit gesichert haben.

Bei der Beagle Bande handelt es sich um die moderne Variation dieser gefürchteten Outlaws der damaligen Zeit. Sie besteht aus zwei vierbeinigen Bandenmitgliedern, die jeder für sich genommen völlig harmlos erscheinen – die aber, wenn sie gemeinsam auftreten, weder Tod noch Teufel fürchten.

Unter Zuhilfenahme ihres äußerlich freundlichen und friedfertigen Erscheinungsbildes haben sie sich vorwiegend auf den Raub von Lebensmitteln spezialisiert. In letzter Zeit wurde die Beagle Bande häufig in der Nähe von Einkaufszentren oder Metzgereien gesichtet.
Daher an dieser Stelle unsere eindringliche Warnung: Sollten Sie der Beagle Bande begegnen, leisten Sie keine Gegenwehr. Legen Sie ihre Einkäufe umgehend an Ort und Stelle ab und bringen Sie sich und andere anwesende Personen in Sicherheit. Sachdienliche Hinweise zum Aufenthaltsort der Beagle Bande nehmen wir über unser Kontaktformular entgegen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass der Beagle Bande zwei Mitglieder zugehörig sind:

Sir Henry „Eat a lot“

Auch bekannt unter den Namen: Purschi, Räuber, Herr Erdmann

Sir Henry "Eat a lot"Geboren am 15.03.2006
Geburtsort: unbekannt

Nach seiner fast dreijährigen Karriere als Laborbeagle in humanmedizinischen Diensten ist Henry Ostern 2009 zu uns gestoßen. Über eine Tierschutzorganisation, die sich auf die Vermittlung ehemaliger Laborbeagle spezialisiert hat, wurde Henry von einer Pflegestelle in unsere Obhut übergeben.

Henry hat sich bei uns schnell eingelebt und war im Gegensatz zu manch anderen Laborbeaglen von Anfang an nicht ängstlich. Natürlich waren ihm viele Sachen fremd, die er aus dem Labor nicht kannte: Grüne Wiesen, Wald, Schnee und viele andere alltägliche Dinge.

Er hat sich aber schnell an uns als Bezugspersonen gewöhnt und wir uns umgekehrt genauso schnell an unser neues Familienmitglied. Schon nach kurzer Zeit wurde uns bewußt, dass Henry sehr schnell lernt und man diesen Lerneffekt mit Leckerchen jediglicher Art nochmals extrem beschleunigen kann. Schon nach wenigen Monaten konnten wir ihn völlig unbesorgt ohne Leine laufen lassen. Von dem für Beagle typischen Jagdinstinkt ist bei ihm im Labor offensichtlich nicht viel übrig geblieben.

Henry durfte von nun an jeden Tag mit ins Büro fahren. Mit seinem friedlichen und gelassenen Charakter in Kombination mit einem unwiederstehlich treuen Blick war er von Anfang an der Liebling sämtlicher Kunden. Selbst hartnäckige Fälle von Hundeangst hat er spätestens beim dritten Kontakt kuriert.

Henry macht sich wenig aus anderen Hunden, solange diese ihn in Ruhe lassen. Spielen findet er generell doof und fordern ihn andere Artgenossen allzu penetrant dazu auf, dann sorgt er mit einem einer Deutschen Dogge würdigen Knurren für klare Verhältnisse.

Für Leckerchen gleich welcher Art geht Henry über Leichen. Und so haben wir stets unsere liebe Mühe, den gelegentlich äußerst bewegungsunwilligen Herren zu einer längeren Gassirunde zu bewegen, die der Beibehaltung seines Körpergewichts dienen soll.

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Henry ist bekennender Fan von Landmaschinen jeglicher Art. Werden Trecker oder Mähdrescher gesichtet, so ist an ein Fortkommen nicht mehr zu denken. Wenn also einer unserer Leser im Besitz eines solchen Gefährts ist und Henry eine Freude machen möchte…

Fotostrecke Henry


Heidi „von der Märchenwiese“

Weitere Namen: Purscheline, Mäusken, Fräullein

Heidi "von der Märchenwiese"Geboren am 07.11.2009
Geburtsort: Jessen/Elster, Sachen-Anhalt

Mit Heidi ist im August 2010 kurzerhand der zweite „Sonderfall“ bei uns  eingezogen. Wir wurden damals von einer guten Bekannten kontaktiert, die sehr kurzfristig eine Pflegestelle, oder noch besser, direkt einen neuen Besitzer für Heidi suchte.

Wir haben eigentlich nicht lange überlegt und zumindest die Option als vorübergehende Pflegestelle zugesagt. An einem Samstag Nachmittag haben wir Heidi dann zusammen mit unserer Bekannten bei den vorherigen Besitzern abgeholt. Offiziell sollte sie abgegeben werden, da durch die Trennung der Besitzer keiner der Beiden mehr Zeit für sie hatte. Im Nachhinein müssen wir es ganz klar und deutlich aussprechen: Heidi ist ein toller Hund, der aus „schlechter Haltung“ kommt.

Heidi kommt nach unserer Einschätzung von einem zuverlässigen und kompetenten Züchter, der die gezüchteten Hunde auch jagdlich führt. Dies entspricht der Veranlagung der Rasse und der Jagdinstinkt ist bei Heidi auch sehr stark ausgeprägt. Zum anderen gilt der Beagle aber als ausgeglichener und sanftmütiger Hund ohne Aggressionen und Angst. Vor allem Letzteres ist bei Heidi nicht der Fall. Insbesondere ihre ängstliche Reaktion auf Männer läßt einen Teil der schlimmen Vorgeschichte erahnen.

Inzwischen, nachdem fast drei Jahre vergangen sind, ist dieses ängstliche Verhalten ein wenig besser geworden. Fremde Personen werden meist nur noch kurz angebellt und unmittelbar danach wird auch gerne direkt ein Leckerchen angenommen. Es braucht halt einfach seine Zeit, bevor ein Hund die schlechten Erfahrungen aus seinen ersten Lebensmonaten verdrängt hat.

Abgesehen von dieser Problematik ist Heidi ein klasse Beagle, den wir schon nach den ersten Tagen nicht mehr hergeben wollten. Im Haus verhält sie sich friedlich und ist ganz besonders anschmiegsam. Geht es aber vor die Tür in den Wald, so zeigt sie ihr zweites Beaglegesicht und möchte alles jagen, was ihr vor die ständig auf dem Boden klebende Nase läuft. Mit ihrer feinen Nase und dem kraftvollen Körperbau wäre sie sicher ein prima Jagdhund – vermutlich aber etwas zu überambitioniert…

Fotostrecke Heidi

 

Die Beagle Bande

So brav und artig die Beiden auch sein können, sofern sie jeweils alleine unterwegs sind… Zusammen sind sie die Beagle Bande.

Diese Wortschöpfung ist uns irgendwann einmal spontan in den Sinn gekommen, nachdem die Zwei mal wieder zusammen etwas ausgefressen hatten, was in Folge zu einem deftigen Fluch unsererseits führte: „Verdammte S.. bande!“

Da dieses Vorkommnis leider kein Einzelfall war, eroberte dieser Satz von nun an einen festen Platz in unserem täglich verwendeten Wortschatz.

Ganz gleich, ob mal wieder gemeinschaftlich die eigentlich verschlossene Futtertüte geplündert wurde, oder andere Artgenossen auf übelste Art und Weise angepöbelt wurden – „Verdammte S.. bande!“ ist in der Regel eine für die Schwere der Tat meist untertriebene Beschimpfung, die bei den beiden Tätern auch zu keinerlei Irritation oder gar einem Ablassen von ihrem Tun führt.

An dieser Stelle noch ein Wort an alle Hundeversteher, die uns immer gesagt haben:

„Ein zweiter Hund macht nicht viel mehr Arbeit, als ein Einzelner.
Die orientieren sich auch aneinander und lernen vom jeweils Anderen.“

Ihr hattet Recht! Ihr hättet uns aber nicht verschweigen sollen, dass dies auch für die schlechten Eigenschaften und Angewohnheiten gilt!

Fotostrecke „Die Beagle Bande“

 

Über Dirk Schnellboegl

Dirk Schnellboegl

1 Kommentar

  1. Die beiden hätten es nicht besser antreffen können. Ich bin froh, dass ihr euch so toll um die 2 kümmert.
    LG
    Sabine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Pflichtfelder sind markiert *

*

 
Seitenanfang