Dienstag, 24. Oktober 2017
Du bist hier: Startseite » Camping » Ausrüstung & Technik » Camping in Großbritannien: Info Strom und Gas
Camping in Großbritannien: Info Strom und Gas

Camping in Großbritannien: Info Strom und Gas

Über fehlende Adapter und andere Schwierigkeiten

Eigentlich sollten in der heutigen Zeit und im vereinten Europa viele Dinge im alltäglichen Leben genormt sein. Sollte man meinen… Dass dem im Einzelfall nicht so ist, haben wir während unserer Wohnwagenreise durch Großbritannien erfahren müssen.

Natürlich haben wir uns vor unserer Abreise nach Großbritannien über landestypische Gegebenheiten kundig gemacht. Dazu gehören auch Informationen rund um das Thema Camping, Campingplätze und Campingzubehör.

Stromversorgung auf Campingplätzen: Kein Problem

Im Zuge dieser Recherchen haben wir beispielsweise herausgefunden, dass auf allen Campingplätzen Stromanschlüsse mit CEE-Stecker (blau mit drei Kontakten) der Standard sind. Prima, haben wir uns gedacht – ist ja wie bei uns in Deutschland! Kein umständliches Hantieren mit irgendwelchen Adaptern oder alternativ eine Vielzahl verschiedenster Kabel, die Platz im Staufach belegen.

Unser Fazit nach fast acht Wochen Camping im vereinten Königreich: Paßt!
Wirklich alle von uns besuchten Plätze hatten ausschließlich CEE-Dosen für den Stromanschluß – kein weiteres Zubehör nötig! Strom wird in Großbritannien fast überall pauschal pro Übernachtung berechnet, eine Abrechnung nach Verbrauch oder über Münzsäulen ist nicht üblich. Die Kosten liegen meist zwei 3-4 britischen Pfund, gelegentlich ist der Stromanschluß in der Stellplatzgebühr bereits enthalten.

Gasversorgung: Allgemeine Informationen

Nicht ganz so erfolgreich waren wir in Sachen Gasversorgung. Dass wir unsere deutschen Gasflaschen in Großbritannien nicht tauschen oder befüllen lassen können war uns bewußt. Mit ein wenig Recherche im Internet findet man zu diesem Thema auch schnell die gewünschten Informationen. Die Firma Calor Gas ist unbestrittener Marktführer auf der Insel und bietet entsprechende Propan-Gasflaschen in verschiedenen Größen zur Miete an. Hierfür unterzeichnet man einen Mietvertrag über die Anzahl benötigter Flaschen und zahlt ein entsprechendes Pfand dafür. Zukünftig kann man diese Mietflaschen dann ähnlich wie in Deutschland bei allen Handelspartnern gegen frisch befüllte umtauschen. Nach Urlaubsende kann man die Flaschen zurückgeben und bekommt anteilig das Pfandgeld zurückerstattet.

Gängig sind inzwischen relativ kleine Flaschen mit lediglich 6 KG Propangasfüllung. Britische Caravans haben oft eine erheblich geringere Zuladung als Modelle vom Kontinent und können daher zwei schwere Stahlflaschen mit jeweils 13 KG Propanfüllung oft nicht sinnvoll nutzen. Beliebt sind inzwischen die sogenannten „Calor Lite“ Flaschen, die ebenfalls nur mit 6 KG Propangas gefüllt sind, bei denen die Flasche selber aber um fast 50% leichter als bei einer Standard Stahlflasche ist. Die beiden Varianten mit 6 KG Propanfüllung sind nahezu überall und auch auf den meisten Campingplätzen erhältlich.

Wir hatten auf unserem ersten Campingplatz in Großbritannien etwas Glück, denn der Platzwart hatte noch eine große 13 KG Propanflasche übrig und diese hat dann für 15 Britische Pfund (GBP) ihren Besitzer gewechselt. Wir haben uns ganz bewußt für die große Flasche entschieden: Der reguläre Preis für eine 13 KG Propangas Füllung liegt bei 25,49 GBP, während für 6 KG Propan 19,99 GBP berechnet werden. Bei einem längeren Aufenthalt fährt man somit mit den großen Flaschen erheblich besser und kann richtig viel Geld sparen.

Einen kleinen Haken hat diese Sache allerdings: Die großen Gasflaschen haben einen etwas größeren Durchmesser, als die deutschen 11 KG Flaschen. Wir bekommen eine britische Flasche zwar problemlos in unseren Gaskasten, die Zweite würde aber vor dem Schloß zum Gaskasten sitzen und wir bekämen diesen somit nicht mehr verschlossen. Um unsere Duomatic zur automatischen Umschaltung der zwei Flaschen nutzen zu können, hätten wir nun eine zweite Flasche mit 6 KG besorgen müssen. Wir haben uns diesen Aufwand erspart. Da wir aufgrund der aktuellen Temperaturen kaum noch die Heizung einschalten und Gas überwiegend zum Kochen benötigt wird, riskieren wir einfach einen Ausfall der Gasversorgung, sobald die Gasflasche leer ist.

Die großen 13 KG Flaschen sind selten auf Campingplätzen erhältlich, da diese kaum noch genutzt werden. Bisher hatten wir aber keine großen Probleme in der näheren Umgebung einen neue Flasche zu bekommen – oftmals zu einem deutlich günstigeren Preis, als wir auf dem Campingplatz dafür gezahlt hätten.

Gasadapter: Die richtige Vorbereitung ist wichtig!

Unser Hauptproblem lag zu Beginn unserer Reise aber ganz woanders: Mit zwei Sätzen des sogenannten „Euro Gas-Adpatersets“ bzw. „Europa Entnahme Sets“  wähnten wir uns bestens für den Gasanschluss in aller Herren Länder ausgerüstet. Selbstverständlich waren gemäß der Beschreibung auch jeweils ein Adapter für England und ein Anderer für Schottland im Set enthalten. Was verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass der englische Adapter nur für Butan Gasflaschen paßt. Somit hatten wir zwar eine passende Propan-Gasflasche, aber keinen passenden Anschlußadapter an unseren deutschen Gasregler bzw. Gasschlauch.

Eine Recherche im Internet hilft uns in dieser Situation abermals weiter. Unsere deutschen Gasschläuche haben einen G12-Anschluß, die britischen Propanflaschen hingegen einen G7-Anschluß. In den Adaptersets waren aber lediglich G8-Adapter enthalten. Wenig später haben wir einen Caravanhändler ausfindig gemacht, der ein passendes Zwischenstück lagernd hat. Die 30 Kilometer Fahrt nehmen wir gerne in Kauf, wenn das Zwischenstück dann hoffentlich das Richtige ist. Ist es! Wir zahlen 15,59 GBP (knapp 20 Euro) für den Adapter und können endlich unsere Gasflasche nutzen.

Im übrigen haben wir festgestellt, dass unterschiedliche Adapter für England und Schottland eigentlich nicht mehr notwendig sind. Calor Gas ist flächendeckend vertreten und mit einem G7-Adapter oder G7-Schlauch ist man vollständig ausgerüstet. Dass in den einsamen schottischen Highlands insgesamt weniger Calor Partner vertreten sind, liegt in der Natur der Sache. Dies trifft aber ebenso auf Tankstellen zu. Rechtzeitiger Flaschenwechsel und rechtzeitiges Tanken wird für diese Region dringenst empfohlen!

In der nachfolgenden Infobox haben wir nochmals alle Infos zu Strom- und Gasversorgung in Großbritannien zusammengefaßt.

Info: Strom- und Gasanschlüsse beim Camping in Großbritannien

Strom: Durchgängig CEE-Anschlüsse auf allen Campingplätzen (blauer Stecker mit drei Kontaktstiften). Absicherung meist 10 oder 16 Ampere, seltener 6 Ampere. Der Stromanschluß wird meist pauschal pro Übernachtung bezahlt und ist mit 3-4 GBP/Nacht relativ teuer. Lange Stromkabel (25-40 Meter) sind im Einzelfall nötig, meist sind kürzere Kabel aber ausreichend.

Gasversorgung: Tauschflaschen sind über Calor Gas Vertriebspartner (siehe Linkliste unten) und auf fast allen Campingplätzen erhältlich. Gängige Größen: 6 KG Flaschen als Stahl- oder „Lite-“ Flasche. Weniger gebräuchlich und oft nicht auf Campingplätzen direkt zu bekommen sind 13 KG Flaschen.

Gasadapter: Soll das übliche Propangas zum Einsatz kommen (rote Calor Gasflaschen), so sollte das Reisegepäck unbedingt auf den richtigen Adapter (G7-Adapter NICHT G8) überprüft werden. Alternative: Austausch der Schläuche vom Gasregeler gegen passenden Schläuche mit G7-Anschluß. Kostenpunkt etwas 20 Euro/Schlauch, bei Gasreglern mit Schlauchbruchsicherung in etwa der doppelte Betrag.

Links:
Calor Gas – Startseite
Calor Gas – Übersicht Stahlflaschen und Preise für Füllung
Calor Gas – Infos zur „Calor-Lite“-Flasche

 

Über Dirk Schnellboegl

Dirk Schnellboegl

6 Kommentare

  1. Hallo,
    so viel ich auch suche, ich finde keinen G7 Adapter, den man in Deutschland irgendwo bestellen könnte. Immer nur das normale Europa Set, was ja laut Eurer Beschreibung nicht passt. Habt Ihr einen Tipp, wo man sich vorab den Adapter bestellen kann?

    • Dirk Schnellboegl

      Hallo Marco,

      ich habe zwar keinen guten Tipp, wo man diesen Adapter in Deutschland bekommt, aber ich hätte einen anderen Ansatz, der Dir vielleicht weiter hilft… siehe auch Infokasten oben – Punkt „Gasadapter“

      Es gibt komplette landesspezifische Gasschläuche – sprich einen passenden Schlauch vom deutschen Gasregeler bzw. Duomatic auf eine britische Flasche mit G7-Anschluß. Diese gibt es mit oder ohne Schlaubbruchsicherung. Ich habe für beide Varianten mal die Truma Artikelnummern für die Variante mit 450mm Länge heraus gesucht, damit solltest Du in den Suchmaschinen fündig werden.

      1) Truma Hochdruckschlauch mit Schlauchbruchsicherung – G 7 GB Propane 450 mm – Artikelnr. 310/792-1 – EAN 4041431086931 – etwa 40,- EUR
      2) Truma Hochdruckschlauch für Duo Control 450 mm G7 GB – Artikelnr. 310/785-1 – EAN 4045659098684 – etwa 20,- EUR

      Ich hoffe, mit diesen Infos kommst Du weiter und wünsche Dir eine gute Zeit auf der Insel!

  2. Hallo,

    kurze Nachfrage trotz des Hinweises, dass man deutsche Flaschen dort nicht befüllen lassen kann: Wieso kann man die dort nicht füllen lassen? Es gibt doch Adapter zum befüllen deutscher Flaschen. Oder ist das Befüllen einfach zu selten, da es wenig Füllstationen gibt und deshalb der Tausch mit englischen Flaschen zu bevorzugen ist?

    Danke und Gruß

    • Dirk Schnellboegl
      Dirk Schnellboegl

      Hallo Benny,
      natürlich wäre ein Befüllen der deutschen Flaschen über entsprechende Adapter möglich. Ich glaube, dass eher der Druck der Befüllanlage das Problem ist. Wenn ich deutsche Gasflschen hier füllen lasse, dann wird die Füllpumpe direkt über einen Schnellverschluss mit der Flasche verbunden und dieser Schnellverschluss ist sicher mit entsprechend hohem Druck belastbar. Sobald Du irgendwelche Adapter dazwischen schraubst, ist dies nicht zwangsläufig gegeben. Daher ist es oftmals sehr schwierig oder gar unmöglich die deutschen Flaschen im Ausland befüllen zu lassen. Da spielen vermutlich auch geseztzliche Vorgaben oder der Unfallschutz eine Rolle.

      • Hi Dirk,

        das ist ein guter Hinweis. Ich denke ich werde auch auf englische Flaschen ausweichen, da ich auch davon ausgehe, dass tauschen öfter möglich ist als füllen lassen (was ja, wie du sagst unter Umständen gar nicht möglich ist).
        Danke für deinen weiteren Hinweis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Pflichtfelder sind markiert *

*

 
Seitenanfang