Dienstag, 24. Oktober 2017
Du bist hier: Startseite » Reiseberichte » Großbritannien » Unterwegs auf Großbritannien´s Straßen
Unterwegs auf Großbritannien´s Straßen

Unterwegs auf Großbritannien´s Straßen

Über den Linksverkehr und weitere Besonderheiten auf der Insel

Autofahren in Großbritannien ist „different“. Der Linksverkehr stellt dabei eines der kleineren Probleme dar. Wir berichten über unsere Erfahrungen auf den Straßen der Insel und die Besonderheiten, die Gespannfahrer beachten sollten.

Eines vorweg: Alles, was wir vorab über die disziplinierte Fahrweise der Briten gelesen und gehört haben, entspricht absolut der Realität auf britischen Straßen.

Wir sind bereits in vielen Ländern Europas Auto gefahren. Vom absolut unkontrollierten Verkehrschaos mitten in Palermo bis hin zu nahezu autofreien Gegenden im Südwesten Irlands haben wir einiges erlebt. Guten Gewissens können wir sagen, dass wir noch nirgends so disziplinierte und zuvorkommende Verkehrsteilnehmer erlebt haben, wie hier in Großbritannien. Dieser Umstand ist sicherlich auch auf die Verhältnisse und Gegebenheiten des Straßennetzes zurückzuführen.

Der Linksverkehr ist eigentlich problemlos

Mit dem Fahren auf der „falschen Straßenseite“ haben wir bereits in Irland und auf Malta Erfahrungen gesammelt. Schon wenige Kilometer nach Abfahrt aus dem Fährhafen von Dover ist der Linksverkehr bereits wieder zur Gewohnheit geworden. Auch unsere damaligen Mißgeschicke, die uns bei Wendemanövern oder beim Abbiegen von Parkplätzen zu Geisterfahrern werden ließen, sind uns bisher noch nicht wieder passiert. Alles Übungssache… Solange man sich am voraus fahrenden Verkehr orientieren kann, sollte der Linksverkehr auch für Neulinge kein Problem darstellen.

Im Folgenden haben wir für Euch ein paar Informationen über die verschiedenen Straßentypen im Vereinten Königreich und deren Besonderheiten beschrieben:

Die britischen Motorways – fast wie daheim

Die britischen Motorways entsprechen den deutschen Autobahnen und sind sehr gut ausgebaut und beschildert. Selbst den Motorway-Ring um London herum haben wir mit all seinen Baustellen an einem regulären Werktag völlig stressfrei befahren. Hier gibt es auch mit einem Wohnwagen im Schlepptau keinerlei Probleme. Es bestehen kaum Überholverbote für LKW´s, so kann man mit dem Gespann sorglos auch etwas langsamer unterwegs sein, ohne dass im Rückspiegel eine Schlange ungeduldiger Fernfahrer sichtbar wird. Alle Ausfahrten und Verkehrskreuze sind auf den Motorways verständlich und frühzeitig beschildert. Raststätten und Tankstellen findet man in ähnlicher Distanz, wie es auch auf deutschen Autobahnen der Fall ist.
Unser Motorway Fazit: Völlig entspanntes und unkompliziertes Fahren.

Die A-Roads – Ein wenig Vorsicht ist angebracht

Die sogenannten A-Roads entsprechen in etwa den deutschen Bundesstrassen. Dieser Strassentyp existiert sowohl als einspurige, wie auch als mehrspurige, autobahnähnliche Variante. Die einspurigen A-Roads können mit einem Gespann prinzipiell unbesorgt befahren werden. Je nach Straßenführung ist aber erhöhte Vorsicht angebracht. A-Roads sind in der Regel ein gutes Stück schmaler, als die deutschen Bundesstraßen. In kurvenreichen Streckenabschnitten mit breiten Fahrzeugen im Gegenverkehr kann es recht eng werden. Oft ist der Straßenrand mit hohen Hecken oder Büschen gesäumt, die unmittelbar und ohne Seitenstreifen bis an die Fahrspur heran reichen.
Hier hilft nur eines: Geschwindigkeit runter und vorsichtig den Gegenverkehr passieren. Gut, dass sich die entgegenkommenden Fahrzeuge auch so verhalten und im Einzelfall der eine oder andere einfach anhält, um den Gegenverkehr passieren zu lassen.

Gerade in Ortsdurchfahrten sind die Straßenränder regelmäßig mit parkenden Fahrzeugen gesäumt, so dass es oft nicht ohne Halt aneinander vorbei geht. Die Briten fahren in solchen Situatonen immer sehr vorausschauend: Kommt man ihnen mit einem größeren Fahrzeug oder Wohnwagengespann entgegen, so wird bereitwillig bei nächster Gelegenheit angehalten, damit das größere Fahrzeug problemlos passieren kann. Ein freundlicher Gruß und eine Dankesgeste sind bei diesen Gelegenheiten selbstverständlich. Grundsätzlich bedanken sich die britischen Autofahrer immer und bei jeder nur möglichen Gelegenheit. Dieses Verhalten ist uns wirklich überaus angenehm aufgefallen und wir würden einen solchen Umgang miteinander gerne auch öfters in unserem Heimatland sehen.

Lieber nicht – Nebenstrecken und B-Roads

Für die Kategorie der sogenannten B-Roads, vergleichbar mit unseren Land- oder Kreisstrassen, müssen wir ausdrücklich eine Warnung aussprechen. Selbst mit einem PKW gerät man auf diesen Strassen oft an Engstellen, die sich nicht im Gegenverkehr passieren lassen. Kommen Kurven und unübersichtliche Streckenabschnitte hinzu, so ist eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise überaus angebracht. Auf das Befahren einer B-Road oder einer anderen Nebenstrecke mit einem Wohnwagengespann oder Wohnmobil sollte man definitiv verzichten – es paßt oftmals mangels Straßenbreite einfach nicht!

 

Generell ist bei Fahrten mit großen Fahrzeugen oder Gespannen eine sorgfältige Routenplanung vor Fahrtantritt unerläßlich. Das Navigationssystem kann hierbei nur als unterstützendes Hilfsmittel empfohlen werden. Einmal nach Anweisung des Navigationssystems falsch abgebogen und im ungünstigsten Fall geht es mangels Wendemöglichkeit irgendwann nicht mehr vor und zurück.

Strassenkarte "Big Easy Read Britain"Wir haben uns für unseren Aufenthalt in Großbritannien den „Big Easy Read Britain“ des britischen Automobilclubs AA im A3 Format mit Ringbuchbindung angeschafft. Dieses Format ist zwar im Fahrzeug recht unhandlich, verfügt aber über einen entsprechend großen Maßstab von 2.5 Meilen/Inch (ca. 1:160000), mit dem eine detaillierte Planung möglich ist.

Beachtet man vor allem die zuletzt genannten Einschränkungen, so steht auch mit einem großen Wohnwagengespann einer entspannten Entdeckung der britischen Insel nichts entgegen.

Seid Ihr auch schon einmal mit dem Auto in Großbritannien unterwegs gewesen?
Welche Erfahrungen habt Ihr dort gemacht?

Über Dirk Schnellboegl

Dirk Schnellboegl

1 Kommentar

  1. Oh je, das klingt nicht gut. Ich meine, die rücksichtsvolle Fahrweise der Briten schon. In Amerika haben wir schon sehr wohlwollend festgestellt, dass die Amerikaner sehr defensiv und zuvorkommend fahren. Dann werden wir damit kieine Schwierigkeiten haben. Das mit den Straßentypen wurmt uns schon eher, weil wir gerne bis in entlegene Winkel fahren. In den ADAC-Karten sind die Straßentypen erkennbar, nur wusste ich bis jetzt nicht, was das zu bedeuten hat. Die A-Typ-Straßen sind da nicht so dicht gesät. Na mal sehen, wie wir zurecht kommen werden. Danke jedenfalls für diesen Bericht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Pflichtfelder sind markiert *

*

 
Seitenanfang