Dienstag, 24. Oktober 2017
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Kontrastprogramm: Erste Versuche mit HDR Fotografie

Kontrastprogramm: Erste Versuche mit HDR Fotografie

Auch wenn die Meinungen zu HDR Fotografie und HDR Fotos oft gespalten sind – Nachdem ich hierzu einen Artikel im Netz gelesen habe, war meine Neugier auf diese spezielle Art der Fotografie und Bildbearbeitung geweckt und hat mich zu ersten Versuchen angespornt.

Was bedeutet der Begriff HDR?

Ein High Dynamic Range Image (HDRI, HDR-Bild, „Bild mit hohem Dynamikumfang“) oder Hochkontrastbild ist ein digitales Bild, das große Helligkeitsunterschiede detailreich wiedergibt. Digitale Bilder mit geringem Dynamikumfang werden als Low Dynamic Range Images oder LDR-Bilder bezeichnet.

HDR-Bilder können von Spezialkameras aufgenommen, als 3D-Computergrafiken künstlich erzeugt oder aus einer Belichtungsreihe von Fotos mit niedrigem Dynamikumfang (low dynamic range, LDR) rekonstruiert werden.

Quelle: Wikipedia – Link zum Artikel – Der Text unterliegt der „Creative Commons Attribution/Share Alike“ Lizenz

Bei der HDR Fotografie haben wir es also mit Hochkontrastbildern zu tun. Für den Heimanwender sind die letzen beiden Techniken aus dem zitierten Wikipedia Artikel interessant:

Zum einen gibt es die Erzeugung eines HDR Bildes aus mehreren gleichen Bildern, die mit verschiedenen Belichtungswerten oder einer Belichtungsreihe aufgenommen wurden. Diese Bilddaten sollten zur idealen Weiterverarbeitung und Umwandlung in ein HDR Bild möglichst als RAW-Datei von der Kamera vorliegen. Da diese RAW-Dateien sehr groß werden können, haben wir diese Funktion in der Vergangenheit nie genutzt, sprich unsere Fotos liegen alle als normale JPG-Dateien vor. Da uns bei dem vorhandenen Bildmaterial auch keine Einzelbilder mit verschiedenen Belichtungswerten vorliegen, nutzen wir zum Einstieg in die HDR Technik die zweite Möglichkeit:

Bei der künstlichen Erzeugung eines HDR Bildes wird mittels einer geeigneten Software ein vorhandenes Bild entsprechend neu berechnet. Hierbei steht primär die Anhebung des Kontrasts im Vodergrund, aber auch weitere Effekte und Einstellmöglichkeiten können zu sehr interessanten und ansprechenden Ergebnissen führen.

Nachfolgend vier Beispiele aus unserer Fotosammlung, die anschaulich verdeutlichen, was mit einer HDR Software möglich ist:

Beispiel 1 – Historisches Gebäude an der Hafeneinfahrt von Valetta/Malta

Dieses Bild wurde im Frühjahr 2008 mit einer Canon IXUS 75 aufgenommen, einer Kompaktkamera die in diesem Fall nicht auf die höchstmögliche Auflösung eingestellt war.

Das Foto ist unter diesen Voraussetzungen und unter Berücksichtigung der Entfernung zum Motiv durchaus gelungen. Nach der Bearbeitung durch die HDR-Software ist ein merklicher Unterschied zu erkennen. Insbesondere das Gemäuer des Bauwerks, der Himmel und das Wasser treten nun wesentlich deutlicher hervor. Erkennbar ist aber auch, dass wir in diesem Fall mit dem ursprünglichen Fotomaterial bzw. der Qualität der Aufnahme an die Grenzen der technischen Möglichkeiten stoßen. Der Himmel am rechten oberen Bildrand weist bereits ein deutliches Rauschen auf.

Dieser Effekt ist im Einzelfall durchaus erwünscht. Man kann so einen gewissen Retro- oder Grungestyle-Effekt erzielen. Ein gutes Beispiel für die durchaus künstlerischen Möglichkeiten gibt es im nächsten Beispiel.

Beispiel 2 – VLN-Rennlauf, Nürburgring Nordschleife

Dieses Foto wurde mit einer Nikon D5000 Spiegelreflexkamera und einer Brennweite von 300mm im April 2011 an der Nürburgring Nordschleife aufgenommen.

Das Ausgangsmaterial ist in diesem Fall aufgrund der verwendeten Kamera schon ein gutes Stück besser, als im vorherigen Beispiel. Diesmal wurden mit relativ starke Anpassungen im Bereich der Strukturen und Farbsättigung gearbeitet. Dies hebt zum einen die Struktur der Rennstrecke mit den zahlreichen Bremsspuren schön hervor, zum anderen gibt die hohe Farbsättigung dem Fahrzeug den leuchtenden Effekt.

Beispiel 3 – Tieraufnahme am Ostseestrand

Dieses Foto wurde mit einer Nikon D5000 Spiegelreflexkamera und einer Brennweite von 300mm im Sportprogramm im Mai 2011 am Strand der Ostsee aufgenommen

Diese Bilder sind ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten der HDR-Bildbearbeitung. Das Ausgangsfoto ist schon ein sehr gelungener Schnappschuss, konnte aber mittels einer leichten Nachbearbeitung nochmals erheblich verbessert werden.

Die einzelnen Wassertropfen treten stärker hervor. Dies wird besonders an dem großen Wasserspritzer am unteren Bildrand deutlich. In diesem Fall wurde ein „Skin-Filter“ angewendet, welcher die hautfarbenen Fellpartien nur unwesentlich verändert.

 

Beispiel 4 – Leuchtturm bei Saint Valery en Caux/Normandie

Dieses Foto wurde mit einer Nikon D5000 Spiegelreflexkamera und einer Brennweite von 27mm im August 2011 an französischen Normandieküste bei Saint Valery en Caux aufgenommen.

Dieses Foto ist ein gutes Beispiel, um die kontroverse Diskussion zum Thema HDR zu verdeutlichen. Auch wenn die beiden bearbeiteten Bilder mir persönlich recht gut gefallen, so ist es natürlich ein bearbeitetes Foto, welches das ursprüngliche Motiv und die Situation nur noch verfälscht wiedergibt.

Der künstlerische Aspekt ist bei dieser Diskussion zunächst zweitrangig – alles ist Geschmackssache. Es gibt Fotografen, die generell eine nachträgliche Bearbeitung von Fotos ablehnen. Die etwas gemäßigtere Fraktion erlaubt sich im Einzelfall Bilder geringfügig nachzubearbeiten, sofern Helligkeitswerte nicht passen oder Staubpartikel im Bild sichtbar sind. Meine persönliche Meinung dazu lautet: „Erlaubt ist, was gefällt“. Es gibt tolle Schnappschüsse, die auch ohne weitere Bearbeitung ein hervorragendes Foto abgeben. Ich möchte mir aber nicht die Freiheit nehmen lassen, das eine oder andere Foto nicht doch noch ein wenig zu „perfektionieren“, so wie im dritten Beispiel schön dargestellt ist.

Bei dieser Diskussion spielen aber auch die technischen und somit die finanziellen Möglichkeiten eine Rolle. Mit entsprechendem Foto-Equipment und natürlich dem Wissen, wie dieses zu verwenden ist, lassen sich Resultate erzielen die mit einfacher Ausrüstung schlicht nicht möglich sind.

Dieser Artikel soll eine kurze Einführung in das Thema darstellen. Das Netz bietet inzwischen zum Suchbegriff HDR reichlich weitere Informationsquellen und mehr oder weniger gelungene HDR-Bilder. Als nächstes werde ich mich einmal an die „richtige“ HDR-Fotografie mit RAW-Dateien und Belichtungsreihen wagen. Ich bin schon gespannt, welche Resultate sich so erzielen lassen und wie hoch der nachträgliche Bearbeitungsaufwand ist.

Habt ihr bereits mit HDR Bildern gearbeitet und was denkt ihr über diese Technik?

Fotostrecke HDR-Fotobearbeitung

 

Über Dirk Schnellboegl

Dirk Schnellboegl

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